Anlass der Ausstellung ist sein 80. Geburtstag, damit verbunden eine Rückschau, deswegen der Untertitel der Ausstellung „Zeitzeugnisse aus 50 Jahren“

 

Ernst Volland ist 1946 in Wilhelmshaven geboren und aufgewachsen. Sein Vater war Lehrer.

Studium bildende Kunst 1967 – 1972 erst in Hamburg und ab 1968 in Berlin.

Abschluss als Meisterschüler.

Erste Ausstellung 1968 in Berlin.

Seit 1975 ist er freiberuflich tätig.

 

Seine Arbeiten erstrecken sich auf verschiedene künstlerische Ausdrucksweisen.

Einen Großteil seiner Arbeiten beschäftigen sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen.

 

Aber zu Anfang in den Jahren 1964 und 1965 entstehen kleine poetische fast abstrakte Tusche-Zeichnungen, z.B. die norddeutsche Landschaft, Wald, bei Dangast.

 

Die lassen noch nicht erahnen, dass sich Ernst Volland zukünftig ganz anderen Themen und Techniken zuwenden wird.

 

Die Studentenbewegung Ende der 60-iger Jahre mit geänderten Lebensformen und Politisierung führt bei ihm zu einer Hinwendung zu Gestaltung von Karikaturen mit phantastischen, gesellschaftskritischen und zunehmend politischen Inhalten und gezeichneten Bildgeschichten.

 

Das Phantastische findet sich in den Federzeichnungen von 1967 wie Sonntägliche Begegnung oder verschnecktes Gespräch.

 

Politische Themen, besonders mit Amerika-kritischem Tenor entstehen ebenfalls schon in den Jahren 1970-1973 und sind hier als Drucke zu sehen.

 

Ab den 70-iger Jahren versucht er auch künstlerisch mit Plakaten politischen Einfluss zu nehmen.

Das Plakat Berufsverbot aus dem 1973 greift ein damals brisantes und sehr folgenreiches Thema auf.

Auch andere wichtige Themen werden schon früh angesprochen: die Energiefrage mit Öl, der Drogenkonsum mit Jägermeister.

 

Und besonders: Neonazi 1979, lauter auch jetzt noch relevante Themen, hier mit einem Bild unseres Bundeskanzlers in einen Zusammenhang mit aktuellen Debatten um die Brandmauer gebracht.

 

Dabei setzte er die Collagenmontage ein wie am Beispiel mit Helmut Schmidt und anderen aus dem Jahr 1978 zu sehen ist.

 

1981 wurde eine öffentliche Ausstellung von der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst von der Polizei zerstört.

 

1983 Erfindung von Vicent Blaise als Kritik am Kunstbetrieb. Die Nationalgalerie hat eines der Bilder als Schenkung angenommen.

 

 

In den 90-iger Jahren begann er mit dem Potential von Unschärfe von Fotos zu arbeiten. Dabei verwendet er bekannte, fast ikonografische Bilder, die fast jeder kennt. In ihrer Unschärfe lösen sie sich von der konkreten Darstellung einer Person oder Situation, Es entsteht eine zu verallgemeinernde Aussage. Die Betrachtende wird angesprochen, sich der dargestellten Figur oder Situation zu erinnern und eigene Wahrnehmungen und Erinnerungen zuzulassen.

Dieser Arbeitsgruppe hat er den Titel „eingebrannte Bilder“ geben. Und es sind tatsächlich Bilder, wie My Lai, Anne Frank, Stammheim, Stalin, Marilyn Monroe, die sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt haben.

 

Mit ähnlichem fotografischem Ausgangsmaterial arbeitet er in seinen Buntstiftbildern, die einen Kontrast enthalten zwischen dem dargestellten Inhalt und der an Kindermalerei erinnernden Malgerät. 

Im Schaufenster hängt die Arbeit mit dem Titel „Spiel oder Flucht“, die die Betrachtenden rätseln lässt.

 

Im hinteren Raum ist die große Arbeit mit dem Titel „rote Erde 6. August 1945“ zu sehen.

Das Datum verweist auf das zugrundeliegende Foto, aufgenommen nach dem Atombomben-Abwurf über Hiroshima.

 

In den letzten Jahren hat er eine eher heitere Serie von „Früchtenbildern“ geschaffenen.

 

Jetzt ist vieles zu kurz gekommen:

Seine politischen Aktionen, die zu Konflikten mit der Polizei führten, eine Aktion mit gefakter-Kunst, die im Hinblick auf unsere Qualitätsbeurteilung von Kunst nachdenklich machen kann.

Er hat Kinderbücher verfasst. Er hat sich um die Arbeiten des russischen Fotografen Jewgeni Chaldej gekümmert, von dem die bekannten Fotografien 1945 am Brandenburger Tor stammen und und…

 

Ernst Volland steht in der Tradition von Künstlern, denen die politische und gesellschaftliche Relevanz und Wirkung ihrer Arbeit wichtig war.

 

Als Protagonist ist dabei auf John Heartfield zu verweisen. Heartfield wurde 1891 in Berlin geboren. Er gilt als Pionier an der Schnittstelle zwischen Kunst und Medien und als Erfinder der politischen Fotomontage.

 

17.4.2026 NH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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