Textilkunst gilt – vielleicht besonders in Deutschland - eher als handwerkliches Gewerbe und weibliches Betätigungsfeld. 

In anderen Ländern, man denke nur an Paris, Polen, Südamerika hat die textile Kunst einen anderen Stellenwert.

 

diekleinegalerie hat im Sommer letzten Jahres textile Arbeiten von Stephan Hann ausgestellt, die allerdings weniger zum Tragen geeignet waren als die Werke von Pia Fischer.

Gemeinsam ist ihnen beiden die Verwendung von recycelten Materialien. Waren es bei ihm neben Stoffen auch Tablettenblister und Tetrapak, so finden wir bei Pia Fischer Stoffe ganz unterschiedlicher Provenienz als Arbeitsmaterial.

 

Kleidung als Ausdrucksform und als Bedeutungsträger hat viele der in der Kunstgeschichte bekannten Phasen begleitet, wie Barock, Bauhaus, z.B. die Kostüme im futuristischen Ballett.

 

In der Malerei wurde der Darstellung von Kleidung eine große Aufmerksamkeit geschenkt. Da gibt es viele Beispiele, nicht zuletzt die berühmten Schuhe von van Gogh.

 

Kleidung hat schon immer eine soziale Bedeutung gehabt.

Auf Höfen im Barockzeitalter spielte sich das ganze Leben wie auf einer Bühne ab und es wurde eine entsprechende Kleidung getragen. Verstärkt durch das Theater kam die Verkleidung, Kleidung, Mode in den Alltag. 

Der Alltag als Bühne, auf der ein Kostüm getragen wird. Im Theater ist das mit einer bestimmten durch das Stück festgelegten Rolle verbunden.

 

Wir haben die Freiheit, unsere Rollen- zumindest zum Teil- selber zu gestalten und die dazu passenden Kostüme oder Kostümierungen zu wählen.

Kleider machen Leute, so der bekannte Titel einer Novelle des Schweizer Schriftstellers Gottfried Keller.

 

In den Arbeiten von Pia Fischer geht es um Kleidung als Plus, als Ergänzung, als Mittel zur Verschönerung des Alltags und der Persona. 

 

Textilkunst und Modedesign verbinden konzeptionelles Gestalten, handwerkliches Können und Materialforschung.

Pia Fischers Arbeiten unterscheiden sich von der Textilkunst durch ihre Zweckorientiertheit. Sie sind tragbar. Sie sind kunstvoll gestaltetes Zubehör, aber nicht entworfen für eine massenhafte Kollektion, sondern sie erschafft lauter Unikate.

 

Pia Fischer stammt aus der Schweiz, was sie sicherlich schon mitbekommen haben. Sie hat begonnen als Damenschneiderin. Dann kam das Kreative dazu, das Entwerfen von Kleidung und Zubehör. Ihre handwerklichen Fähigkeiten ermöglichten ihr, ihre eigenen Entwürfe in Objekten auszugestalten.

 

Mit ihren Arbeiten hat sie jetzt diekleinegalerie in eine Boutique verwandelt und man steht staunend einer Fülle zu ganz verschiedenen Zwecken nutzbaren Objekten gegenüber.

 

 

NH 3.5.2026

 

 

 

 

 

 

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