Neolithische Felsmalerei

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 Einführung in die Ausstellung am 23.März 2019

 

Die neolithischen Felsbilder der Sahara sind 8000 bis 2000 Jahre alt. Sie faszinieren und geben weiterhin Rätsel auf. Schaut man sich die Bilder an, so drängen sich mehrere Fragen auf: wie alt sind sie, wer hat sie gemalt, was bedeuten sie? 

Die Menschen der damaligen Zeit verfügten über das gleiche Hirnvolumen wie wir, sie werden vermutlich genau so intelligent wie wir gewesen sein und sich einige ähnliche Fragen wie wir gestellt haben.

Es gibt keine schriftlichen Aufzeichnungen aus der Zeit, die Schrift war ja noch nicht erfunden. Die Kommunikation erfolgte durch Sprache und Zeichen.

Was beschäftigte die damaligen Menschen? Natürlich das tägliche Überleben. Aber darüber hinaus werden sie versucht haben, ihre Welt zu verstehen, zu deuten: den Wechsel der Jahreszeiten, das Firmament, das Schicksal, den Tod.

Schon die Neandertaler haben ihre Toten bestattet, was auf eine Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit hinweist.  Gab es auch bei den Menschen im Gebiet der Sahara mythologisches Denken, Rituale, eine Art Religion? 

Wie war die Gesellschaftsstruktur, die es einigen Menschen erlaubte, sich wochen- oder monatelang um die Einritzung einer Gravur zu mühen? 

Laut Georges Bataille unterscheidet sich der Mensch vom Tier durch das Todesbewusstsein und durch die Erotik, d.h. die mit dem Ziel der Wollust betriebene sexuelle Aktivität, die an die Stelle des blinden Instinktes tritt. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Themen auch symbolisch in den Felszeichnungen und Gravuren finden.

 

Einer der Höhepunkte einer lange zurückliegenden Reise durch die Sahara war der Besuch von Fundstätten neolithischer Felsbilder im Süden Algeriens. In abgelegenen und jetzt kaum noch bewohnbaren Gegenden auf Zeichen menschlicher Kulturleistungen zu treffen, war ein bewegendes Erlebnis.

 

Die Bedeutung der dargestellten Figuren und Zeichen ist weiterhin häufig rätselhaft – unstrittig dagegen ist der Einfluss der Entdeckung dieser Darstellungen auf die Entwicklung der modernen Kunst.

 

Norbert Hümbs

 

 

 

 

 

 

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