Volker Sommer - Malerei und Photographie

Einführung zur Austellung von Arbeiten von Volker Sommer am 24. Mai 2019

 

Volker Sommer hat an der HdK bei Raimund Girke studiert. Girke gilt als Vertreter der analytischen Malerei, einer Malweise, die nichts abbilden will und die sich auf wenige Farben beschränkt, wobei Girke sich zuletzt fast nur auf weiß beschränkte.

Auch Volker Sommer will nichts abbilden, sondern ein Farbgeschehen sichtbar machen, das die naturgegebenen Verhaltensweisen des Materials sowie den gesetzmäßigen Ablauf physikalischer Prozesse aufscheinen lässt.

Dabei entstehen in Form von Reliefbildern konkrete, ins Dreidimensionale gehende Objekte, welche die Haptik und Sinnlichkeit der Realität zu erfassen suchen.

Der Künstler nimmt sich in der Gestaltung seiner Arbeiten als gestaltendes Subjekt zurück. Zwar wählt er die Farben und die Materialen aus, überlässt dann aber die Ausgestaltung teilweise von ihm nur noch eingeschränkt lenkbaren Prozessen. Was dabei entsteht, ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer stofflichen oder noch allgemeiner einer universellen Gesetzmäßigkeit.

Auch in seiner Fotoarbeiten bleibt er den natürlichen Prozessen auf der Spur und zeigt die den  Naturgesetzen folgenden Materialveränderungen an Grafittiwänden. 

Volker Sommer nimmt mit seinem Blick den ästhetischen Reiz dieser Prozesse wahr und es gelingt ihm auf Grund seines fotografischen Vermögens diese besondere Ästhetik, die sich ja in ähnlicher Weise in der Malerei findet, für andere sichtbar zu machen. Dabei versteht er sich als Prozessbeobachter, als Zeitzeuge, der naturgegebene Abläufe dokumentiert. Er zeigt, was passiert, wenn die Materie sich selber überlassen ist. Wenn der Mensch nicht eingreift - oder vielleicht irgendwann gar nicht mehr da ist. Die Mikroorganismen und den Oxidationsprozess wird es auch dann noch geben – auch ohne uns.

Seine Fähigkeit, künstlerische und ästhetische Formen wahrzunehmen, zeigt sich auch in beeindruckender Weise in seinen Fotografien von Feuersteinen, die er in Brandenburg gefunden hat. Man meint darin Formen und Gestalten zu finden und kommt ins Grübeln, ob es Zufallsprodukte der Natur sind oder ob der Neandertaler dabei seine Hand im Spiel hatte.

 

Norbert Hümbs

 

 

 

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© diekleinegalerie